Begleiteter Umgang

 

Begleiteter Umgang im Trennungskonflikt §§ 17, 18 KJHG

Jedes Kind hat ein Recht auf Umgang mit seinen Eltern. Kinder brauchen die Akzeptanz beider Eltern. Sie müssen wissen, dass sie den jeweils anderen mögen dürfen und von ihm gemocht werden. Hat das Kind durch eine Trennungssituation keinen guten Kontakt zu beiden Elternteilen, gerät es schnell in Loyalitätskonflikte und unter starken psychischen Druck.

Dies kann zu weitreichenden Problemen führen wie z.B.

  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Aggressives Verhalten gegenüber den Eltern
  • Schulprobleme und Konzentrationsdefizite
  • labiles Selbstwertgefühl und Depressionen
  • Identitätsprobleme und Persönlichkeitsstörungen

 

Unsere Ziele

Der Begleitete Umgang soll eine zeitlich begrenzte Hilfe auf dem Weg zu einer eigenständigen Umgangsregelung sein. Parallel zum Begleiteten Umgang finden Einzelgespräche mit den Eltern statt.

Begleiteter Umgang kann dazu beitragen:

  • Kontaktanbahnungen von Kind und Beteiligten unterstützend zu begleiten
  • Kontakt- und Beziehungsabbrüche zwischen Kind und wichtigen Bezugspersonen zu vermeiden
  • Beruhigung in eine konfliktbeladene Situation zu bringen
  • Belastungen des Kindes und Konflikte zwischen den Beteiligten zu verringern
  • den Loyalitätskonflikt der Kinder zu entschärfen bzw. aufzuheben
  • Langandauernde, strittige und kostenintensive familiengerichtliche Auseinandersetzungen der Beteiligten zu beenden

 

Unsere Grundsätze
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Arbeiten auf der Grundlage des systemischen, ganzheitlichen und lebensweltorientierten Ansatzes
  • Wertschätzung der Familien
  • Kooperation mit anderen Institutionen

 

Zustandekommen und Finanzierung

Begleiteter Umgang kann auf Wunsch von Betroffenen (z.B. Vater oder Mutter) beim örtlich zuständigen Jugendamt beantragt werden. Im Scheidungsprozess kann Begleiteter Umgang vom Familiengericht angeordnet werden.
Außerdem gibt es Sonderformen, in denen Eltern eine neutrale Umgebung für ihre Umgangstreffen suchen, z.B. bei Umgangstreffen von Pflegekindern mit den leiblichen Eltern.
Die Finanzierung des Begleiteten Umgangs kann als Jugendhilfeleistung vom örtlich zuständigen Jugendamt übernommen werden. In den Fällen, in denen das Jugendamt den Hilfebedarf anerkennt, obliegt ihm auch die Entscheidung, in welchem Umfang der Begleitete Umgang durch das Jugendamt finanziert wird. Bei gerichtlicher Anordnung legt das Gericht unter Mitwirkung des Jugendamtes die Zeiten und Dauer des Begleiteten Umgangs fest.

 

Ansprechpartner & Kontakt
Jessica Manske| Tel. 05136 – 21 31